|
Allgemeines
|
|
|
|
Forschung
|
|
|
|
Übersichten
|
|
|
|
Spezielles
|
|
|
|
Krimskrams
|
|
|
| Welches sind
die wichtigsten Lebensthemen? Glück ist wohl eines (daher gibt es
das Glücksarchiv), Liebe ist wohl ein anderes wichtiges,
und daher gibt es neu die Webseite liebewohl.de:
Alles zu den Themen Liebe, gelingende Partnerschaft, sich verlieben,
Krisen bewältigen, sich trennen, Single sein. |
|
Platon: Glück ist Teilhabe am Agathon und Kalogathia.
Glück ist entsprechend Platons
(428 - 347) Menschenbild dem Menschen in dreifacher Weise
möglich:
- Das Glück eines erfüllten Lebens in der griechischen
Polis
- Das Glück eines umfassend gebildeten und tugendhaften
Menschen
- Das Glück der Teilhabe am beständigen Glück
schlechthin: dem Agathon.
Eine erste philosophische Begründung des Glücks gelang
Platon mit seinem bildhaften Entwurf im "Höhlengleichnis".
Im scheinbaren Glück der materiellen Glücksgüter wird der
Mensch vergeblich nach dem ihm zugedachten Glück suchen. Um
wirklich glücklich zu sein, bedarf es zum einen der Erkenntnis
und des Wissens um die Unzulänglichkeit und Unvollkommenheit
menschlicher Glücksbestrebungen; des weiteren der Umkehr in das
eigene geistige Innere, um dort nach gründlicher
Selbsterkenntnis die bisher nach draußen projizierten
Götterbilder als Wegweiser zum außerhalb der menschlichen
Seele liegenden Glück des Guten und Schönen zu nutzen. In
diesem Überschreiten des subjektiven Inneren, d.h. des eigenen
Denkens, Fühlens und Wollens gewinnt der Mensch Anteil der
Glückseligkeit, die diese Güter spenden. Ferner wird er durch
diese Teilhabe innerlich umgestaltet und erhält dadurch das zum
Glück nötige Wissen und eine Tauglichkeit, die Platon
"Kalogathia" nennt, was übersetzt so viel wie
"edle und schöne Menschlichkeit" bedeutet. Durch
diese kann er den eigenen Geist und Körper so ausbilden, dass
ihm ein Leben zum eigenen und seiner Mitmenschen Glück gelingt.
Augustinus: Glück ist Gott haben und Dasein für den
Mitmenschen.
Bei Augustinus
(354-430) liegt der Anfang allen Glücks in einer engen
Beziehung zu Gott. In diesem dialogischen und beglückenden Gotthaben
eröffnet sich dem Menschen angeregt durch Erziehung und
Ausbildung eine geistig-seelische Tüchtigkeit und
Einsichtsfähigkeit, die dem eigenen und dem Glück des
Mitmenschen dient.
Diesen Standpunkt gewann Augustinus nachdem er - wie er in
seinen Bekenntnissen
berichtet - durch die inneren und äußeren Stürme seines
Lebens die Einsicht erworben hatte, dass Glück nicht durch
materiellen Besitz oder Prestige und Ruhm zu gewinnen sei. Zum
Glück seines Lebens gelangt der Mensch im Innersten seiner
grundfähigen Seele. Dabei kommt es ihm nicht so sehr auf die
Begrifflichkeiten an, mit dem er dieses beglückende Gegenüber
bezeichnete, sondern vielmehr auf die Art des Seins, das ihm da
"in ihm und doch hoch über ihm" entgegentritt. Es ist
unwandelbar, verlässlich, wahr, gut, aber auch von einer
unübertrefflichen intensiven Lebendigkeit, die man auf
unsinnliche Weise riechen, schmecken, hören, sehen und fühlen
kann. Was da auf vielfältige Weise seinem eigenen Inneren aus
der Transzendenz des Gegenübers begegnet, charakterisiert er
wesensmäßig als die Person schlechthin. (Personare
bezeichnet im Lateinischen wörtlich
"hindurchtönen".)
Damit hat Augustinus aus eigener innerer Anschauung die
platonische Ansicht über das absolute Sein, um die zentrale
Begrifflichkeit der Person erweitert.
(Autorin: Monika Wirthgen)
» Weiter zu
"Glück im zweidimensionalen Menschenbild" |
|