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| Welches sind
die wichtigsten Lebensthemen? Glück ist wohl eines (daher gibt es
das Glücksarchiv), Liebe ist wohl ein anderes wichtiges,
und daher gibt es neu die Webseite liebewohl.de:
Alles zu den Themen Liebe, gelingende Partnerschaft, sich verlieben,
Krisen bewältigen, sich trennen, Single sein. |
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Hans im Glück. Ein Märchen der Gebrüder Grimm
Hans hatte sieben Jahre bei seinem Herrn gedient, da sprach
er zu ihm »Herr, meine Zeit ist herum, nun wollte ich gerne
wieder heim zu meiner Mutter, gebt mir meinen Lohn«. Der Herr
antwortete »Du hast mir treu und ehrlich gedient, wie der
Dienst war, so soll der Lohn sein«, und gab ihm ein Stück
Gold, das so groß als Hannsens Kopf war. Hans zog sein
Tüchlein aus der Tasche, wickelte den Klumpen hinein, setzte
ihn auf die Schulter und machte sich auf den Weg nach Haus. Wie
er so dahin ging und immer ein Bein vor das andere setzte, kam
ihm ein Reiter in die Augen, der frisch und fröhlich auf einem
muntern Pferde vorbei trabte. »Ach«, sprach Hans ganz laut,
»was ist das Reiten ein schönes Ding! da sitzt einer wie auf
einem Stuhl, stößt sich an keinen Stein, spart die Schuh und
kommt fort, er weiß nicht wie.« Der Reiter, der das gehört
hatte, hielt an und rief »ei Hans, warum läufst du auch zu
Fuß?« »Ich muss ja wohl, da habe ich einen Klumpen heim zu
tragen, es ist zwar Gold, aber ich kann den Kopf dabei nicht
gerade halten: auch drückt mirs auf die Schulter.« »Weißt du
was«, sagte der Reiter, »wir wollen tauschen, ich gebe dir
mein Pferd, und du gibst mir deinen Klumpen.« »Von Herzen
gern«, sprach Hans, »aber ich sage euch, ihr müsst euch damit
schleppen.« Der Reiter stieg ab, nahm das Gold und half dem
Hans hinauf, gab ihm die Zügel fest in die Hände und sprach
»wenns nun recht geschwind soll gehen, so musst du mit der
Zunge schnalzen und 'hopp hopp' rufen«.
Hans war seelenfroh, als er auf dem Pferde saß und so frank
und frei dahin ritt. Über ein Weilchen fiels ihm ein, es sollte
noch schneller gehen, und fing an mit der Zunge zu schnalzen und
»hopp hopp« zu rufen. Das Pferd setzte sich in starken Trab,
und ehe sichs Hans versah, war er abgeworfen, und lag in einem
Graben, der die Äcker von der Landstraße trennte. Das Pferd
wäre auch durchgegangen, wenn es nicht ein Bauer aufgehalten
hätte, der des Weges kam und eine Kuh vor sich her trieb. Hans
suchte seine Glieder zusammen und machte sich wieder auf die
Beine. Er war aber verdrießlich und sprach zu dem Bauer »es
ist ein schlechter Spaß, das Reiten, zumal wenn man auf so eine
Mähre gerät wie diese, die stößt und einen herab wirft, dass
man den Hals brechen kann, ich setze mich nun und nimmermehr
wieder auf. Da lob ich mir eure Kuh, da kann einer mit
Gemächlichkeit hinter her gehen und hat obendrein seine Milch,
Butter und Käse jeden Tag gewiss. Was gäbe ich darum, wenn ich
so eine Kuh hätte!« »Nun«, sprach der Bauer, »geschieht
euch so ein großer Gefallen, so will ich euch wohl die Kuh für
das Pferd vertauschen.« Hans willigte mit tausend Freuden ein:
der Bauer schwang sich aufs Pferd und ritt eilig davon.
Hans trieb seine Kuh ruhig vor sich her und bedachte den
glücklichen Handel. »Hab ich nur ein Stück Brot, und daran
wird mirs doch nicht fehlen, so kann ich, so oft mirs beliebt,
Butter und Käse dazu essen: hab ich Durst, so melk ich meine
Kuh und trinke Milch. Herz, was verlangst du mehr?« Als er zu
einem Wirtshaus kam, machte er Halt, aß in der großen Freude
alles, was er bei sich hatte, sein Mittag- und Abendbrot, rein
auf und ließ sich für seine letzten paar Heller ein halbes
Glas Bier einschenken. Dann trieb er seine Kuh weiter, immer
nach dem Dorfe seiner Mutter zu. Die Hitze war drückender, je
näher der Mittag kam, und Hans befand sich in einer Heide, die
wohl noch eine Stunde dauerte. Da ward es ihm ganz heiß, so
dass ihm vor Durst die Zunge am Gaumen klebte. »Dem Ding ist zu
helfen«, dachte Hans, »jetzt will ich meine Kuh melken und
mich an der Milch laben.« Er band sie an einen dürren Baum,
und stellte, da er keinen Eimer hatte, seine Ledermütze unter:
aber so sehr er sich auch bemühte, es kam kein Tropfen Milch
zum Vorschein. Und weil er sich ungeschickt dabei anstellte, so
gab ihm das ungeduldige Tier endlich mit einem der Hinterfüße
einen solchen Schlag vor den Kopf, dass er zu Boden taumelte und
Glücklicher Weise kam gerade ein Metzger des Weges, der auf
einem Schubkarren ein junges Schwein liegen hatte. »Was sind
das für Streiche!« rief er und half dem guten Hans auf. Hans
erzählte, was vorgefallen war. Der Metzger reichte ihm seine
Flasche und sprach »da trinkt einmal, und erholt euch. Die Kuh
will wohl keine Milch geben, das ist ein altes Tier, das
höchstens noch zum Ziehen taugt oder zum Schlachten«. »Ei,
ei«, sprach Hans, und strich sich die Haare über den Kopf,
»wer hätte das gedacht! es ist freilich gut, wenn man so ein
Tier ins Haus abschlachten kann, was gibts für Fleisch! aber
ich mache mir aus dem Kuhfleisch nicht viel, es ist mir nicht
saftig genug. Ja, wer so ein junges Schwein hätte! das schmeckt
anders, dabei noch die Würste.« »Hört, Hans«, sprach der
Metzger, »euch zu Liebe will ich tauschen und will euch das
Schwein für die Kuh lassen.« »Gott lohn euch eure
Freundschaft!« sprach Hans und übergab ihm die Kuh, und ließ
sich das Schweinchen vom Karren losmachen und den Strick, woran
es gebunden war, in die Hand geben.
Hans zog weiter und überdachte, wie ihm doch alles nach
Wunsch ginge: begegnete ihm ja eine Verdrießlichkeit, so würde
sie doch gleich wieder gut gemacht. Es gesellte sich danach ein
Bursch zu ihm, der trug eine schöne weiße Gans unter dem Arm.
Sie boten einander die Zeit, und Hans fing an von seinem Glück
zu erzählen und wie er immer so vorteilhaft getauscht hätte.
Der Bursch sagte ihm, dass er die Gans zu einem Kindtaufschmaus
brächte. »Hebt einmal«, fuhr er fort und packte sie bei den
Flügeln, »wie schwer sie ist, die ist aber auch acht Wochen
lang genudelt worden. Wer in den Braten beißt, muss sich das
Fett von beiden Seiten abwischen.« »Ja«, sprach Hans und wog
sie mit der einen Hand, »die hat ihr Gewicht, aber mein Schwein
ist auch keine Sau.« Indessen sah sich der Bursch nach allen
Seiten ganz bedenklich um, schüttelte auch wohl mit dem Kopf.
»Hört«, fing er darauf an, »mit eurem Schweine mags nicht so
ganz richtig sein. In dem Dorfe, durch das ich gekommen bin, ist
eben dem Schulzen eins aus dem Stall gestohlen worden; ich
fürchte, ich fürchte ihr habts da in der Hand. Sie haben Leute
ausgeschickt, und es wäre ein schlimmer Handel, wenn sie euch
mit dem Schweine erwischten: das geringste ist, dass ihr ins
finstere Loch gesteckt werdet.« Dem guten Hans ward bang; »ach
Gott«, sprach er »helft mir aus der Not, ihr wisst hier herum
besser Bescheid, nehmt mein Schwein da und lasst mir eure
Gans«. »Ich muss schon etwas aufs Spiel setzen«, antwortete
der Bursche, »aber ich will doch nicht Schuld sein, dass ihr
ins Unglück geratet.« Er nahm also das Seil in die Hand und
trieb das Schwein schnell auf einem Seitenweg fort: der gute
Hans aber ging, seiner Sorgen entledigt, mit der Gans unter dem
Arme der Heimat zu. »Wenn ichs recht überlege«, sprach er mit
sich selbst, »habe ich noch Vorteil bei dem Tausch: erstlich
den guten Braten, hernach die Menge von Fett, die
herausträufeln wird, das gibt Gänsefettbrot auf ein
Vierteljahr: und endlich die schönen weißen Federn, die lasse
ich mir in mein Kopfkissen stopfen und darauf will ich wohl
ungewiegt einschlafen. Was wird meine Mutter eine Freude
haben!«
Als er durch das letzte Dorf gekommen war, stand da ein
Scherenschleifer mit seinem Karren: sein Rad schnurrte und er
sang dazu
»Ich schleife die Schere und drehe geschwind,
und hänge mein Mäntelchen nach dem Wind.«
Hans blieb stehen und sah ihm zu; endlich redete er ihn an
und sprach »euch gehts wohl, weil ihr so lustig bei eurem
Schleifen seid«. »Ja«, antwortete der Scherenschleifer, »das
Handwerk hat einen güldenen Boden. Ein rechter Schleifer ist
ein Mann, der, so oft er in die Tasche greift, auch Geld darin
findet. Aber wo habt ihr die schöne Gans gekauft?« »Die hab
ich nicht gekauft, sondern für mein Schwein eingetauscht.«
»Und das Schwein?« »Das hab ich für eine Kuh gekriegt.«
»Und die Kuh?« »Die hab ich für ein Pferd bekommen.« »Und
das Pferd?« »Dafür hab ich einen Klumpen Gold, so groß als
mein Kopf, gegeben.« »Und das Gold?« »Ei, das war mein Lohn
für sieben Jahre Dienst.« »Ihr habt euch jederzeit zu helfen
gewusst«, sprach der Schleifer, »könnt ihrs nun dahin
bringen, dass ihr das Geld in der Tasche springen hört, wenn
ihr aufsteht, so habt ihr euer Glück gemacht.« »Wie soll ich
das anfangen?« sprach Hans. »Ihr müsst ein Schleifer werden,
wie ich; dazu gehört eigentlich nichts als ein Wetzstein, das
andere findet sich schon von selbst. Da hab ich einen, der ist
zwar ein wenig schadhaft, dafür sollt ihr mir aber auch weiter
nichts als eure Gans geben; wollt ihr das?« »Wie könnt ihr
noch fragen«, antwortete Hans, »ich werde ja zum
glücklichsten Menschen auf Erden: habe ich Geld, so oft ich in
die Tasche greife, was brauche ich da länger zu sorgen?«
reichte ihm die Gans hin und nahm den Wetzstein in Empfang.
»Nun«, sprach der Schleifer und hob einen gewöhnlichen
schweren Feldstein, der neben ihm lag, auf, »da habt ihr noch
einen tüchtigen Stein dazu, auf dem sichs gut schlagen lässt
und ihr eure alten Nägel gerade klopfen könnt. Nehmt hin und
hebt ihn ordentlich auf.«
Hans lud den Stein auf und ging mit vergnügtem Herzen
weiter; seine Augen leuchteten vor Freude, »ich muss in einer
Glückshaut geboren sein«, rief er aus, »alles was ich
wünsche, trifft mir ein, wie einem Sonntagskind.« Indessen,
weil er seit Tagesanbruch auf den Beinen gewesen war, begann er
müde zu werden: auch plagte ihn der Hunger, da er allen Vorrat
auf einmal in der Freude über die erhandelte Kuh aufgezehrt
hatte. Er konnte endlich nur mit Mühe weiter gehen und musste
jeden Augenblick Halt machen; dabei drückten ihn die Steine
ganz erbärmlich. Da konnte er sich des Gedankens nicht
erwehren, wie gut es wäre, wenn er sie gerade jetzt nicht zu
tragen brauchte. Wie eine Schnecke kam er zu einem Feldbrunnen
geschlichen, wollte da ruhen und sich mit einem frischen Trunk
laben; damit er aber die Steine im Niedersitzen nicht
beschädigte, legte er sie bedächtig neben sich auf den Rand
des Brunnens. Darauf setzte er sich nieder und wollte sich zum
Trinken bücken, da versah ers, stieß ein klein wenig an, und
beide Steine plumpsten hinab.
Hans, als er sie mit seinen Augen in die Tiefe hatte
versinken sehen, sprang vor Freuden auf, kniete dann nieder und
dankte Gott mit Tränen in den Augen, dass er ihm auch diese
Gnade noch erwiesen und ihm auf eine so gute Art und ohne dass
er sich einen Vorwurf zu machen brauchte, von den schweren
Steinen befreit hätte: das einzige wäre ihm nur noch
hinderlich gewesen. »So glücklich wie ich«, rief er aus,
»gibt es keinen Menschen unter der Sonne.« Mit leichtem Herzen
und frei von aller Last sprang er nun fort, bis er daheim bei
seiner Mutter war. |
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