Glücksarchiv

Philosophie und Glück: Ethik

In der Philosophie wird der aus dem Altgriechischen stammende Begriff Eudämonismus zur Bezeichnung verschiedener ethischer Lehren verwendet, die sich hauptsächlich das Glück des Menschen zum Ziel genommen haben.

Platon, Augustinus, Thomas von Aquin und später auch Marx gelten als ontologische Eudämonisten, da sie das Glück (altgriechisch "eudaimonia") ganz auf das den Menschen prägende bzw. begründende Sein (altgriechisch "ta onta") beziehen. Platon nennt dieses Sein Agathon, Augustinus und Thomas von Aquin nennen es Gott und für Marx ist es die Materie.

Als moralischen Eudämonismus oder Moralismus bezeichnet man die ethische Lehre des Aristoteles, weil seine Ethik von der Überzeugung geprägt ist, dass ein allgemein gültiges sittlich-moralisches Ideal Grundlage des Glücks aller und des einzelnen ist. Diese Ansicht wird auch durch den Stoizismus vertreten. Als antike Moralisten besonderer Art sind auch die Kyniker (Zyniker) anzusehen, die der Erfüllung des sittlich-moralischen Ideals die Verpflichtung zu asketischer Selbstgenügsamkeit gleichberechtigt an die Seite stellen.

In der Neuzeit wurden im Zuge humanistischer Vorstellungen oft die Begriffe Altruismus und Egoismus zur näheren Definition verwendet. So versteht man unter altruistischer (auch: sozialer) Eudämonie, Glückseligkeit, die aus einer dem anderen zugewandten Grundhaltung entsteht und unter egoistischer (auch: individueller) Eudämonie die Glückseligkeit, die aus einer ichbezogenen Grundhaltung entsteht. Letztere, die zudem den Lustgewinn betont, begründet auch das ethische Ideal des Hedonismus (altgriechisch von "hedone" = Freude, Vergnügen, Lust), der in Ansätzen schon bei Epikur und dem auf ihn sich berufenden Epikureismus vorhanden ist. Dieser kennzeichnet auch die ethischen Lehren der Kyrenaiker, eines Hobbes, Locke und den Utilitarismus u.a. bei Hume. In seiner negativsten Ausprägung führt der Hedonismus zum relativen bzw. absoluten Immoralismus bzw. Amoralismus, d.h. zu einer teilweisen oder vollständigen Ablehnung jeglicher Art von sittlicher Norm wie z.B. bei Nietzsche.

(Autorin: Monika Wirthgen)

Glück · Positive Psychologie · Definition Glück · Wohlbefinden · Zufriedenheit · Glücksforschung · Glücksverursacher · Glückswirkungen · Glücksstrategie · liebewohl.de